Der Weg zur Blanken Klinge
von Peter Huto
Als erstes sollte man sich die Frage stellen ob es eine einschneidige oder doch eine zweischneidige Waffe
werden soll. Als nächstes muss man sich die Form der Klinge überlegen, denn aus der Klingenform und deren
Länge ergibt sich der benötigte Stahl mit seinen spezifischen Eigenschaften wie Härte und Zähigkeit.
Wichtig für die Materialeigenschaften ist auch ob es eine Trainigswaffe oder ein scharfes Stück werden soll.
So sollte zB. eine Haus- oder Bauernwehr mit breitem Rücken und nicht zu langer Klinge eher aus einem
kohlenstoffhaltigerem Stahl wie zB. Feilenstahl bestehen.
Ein langes Messer oder Schwert mit schmaler langer Klinge sollte eher aus einem flexiebleres Stahl
wie Federstahl, der wiederum nicht so schnitthaltig ist, bestehen.
Für mein Stück wähle ich den 55si7 (Federstahl) der sich auch ausgezeichnet für stumpfe trainingswaffen verwenden
lässt.
Am Anfang empfehle ich die, anhand von Belegen oder erhaltenen Originalstücken, ausgewählte waffe 1:1 auf einen
Bogen Papier zu skizzieren um einen Überblick über die rohform das Stahalpaketes zu bekommen und um die Form
des Werkstücks mit der Vorlage besser abgleichen zu können.
Ein Flachstahl mit den Maßen 400x40x8mm (LBH) reicht für eine scharfe, rhombische Stoßklinge mit 75-80 cm aus.
Das Schmiedefeuer sollte nicht größer sein als ca.15x15 cm sonst riskiert man ein ausbrennen der kohlenstoffes.
Weiters darf der Stahl niemals überhitzt werden da auch so der kohlenstoff ausbrennt!
Man beginnt mit der Klingenspitze und schlägt als erstes mit einem starken winkel auf das Material um es nach
hinten zu drängen. Das führt man fort bis man die gewünscht Rohform der Klinge hat, zwischenndurch immerwieder
die Klinge geraderichten um besser Kontrolle über die Form zu haben.

Am anderen Ende der rohen Klinge beginnt man mit dem Absetzen des Erls. Die Länge des Erls errechnet sich aus
der Stärke der gewünschten Parrierstange ,der Hilze und dem Knauf.

Bei einigen Waffen sitzt hinter dem knauf noch ein Hülse oder oder Kugel auf mit der der Erl verschraubt oder vernietet wird.
Für das Vernieten reichen 3 bis maximal 7 mm je nach Stärke des Erls.
Ist diese Rohklinge fertig gestellt beginnt man damit die Schneidwinkel zu schmieden, dabei ist auf einen gleichmäßigen
Winkelverlauf über die gesammte Klinge sowie auch auf eine etwaige Klingenkrümmung zu achten. Die Klingenkrümmung sollte,
sofern sie nicht erwünscht ist, ehestens durch Richten behoben werden.

Ist die nun entstandene Klinge fertig geschmiedet und gerichtet geht man ans grobe Vorschleifen um Unreinheiten zu entfernen.
Dies geschieht am bessten mit einen Bandschleifer mit grobem schleifband (24-60K).
Nach dem Grobschliff wechselt man die Schleifbänder bis hin zum feinsten Band (600-800K).


Das Härten ist wohl das schwierigste an der gesammten Arbeit und erfordert viel Geschik und Erfahrung denn beim Härten
entscheidt sich ob das Stück nun eine richtige Klinge wird oder einfach nur Abfall!

Nach dem Härten kommt die Klinge in den Ofen zum Anlassen d.h. die durch das Härten entstandenen Verspannungen werden
gelöst, der Stahl, der nach dem Härten "glashart" und somit extem brüchig ist wir nun flexibel und zäh.
Die Anlasstemperatur richtet sich nach dem verwendeten Material, sehr spröde Stähle werden mit höheren Temperaturen angelassen.
Federstahl bei 200°C und einer zeit von ca. 120 Minuten wobei man Zeit und Temperatur der Klingengeometrie anpassen sollte.
Nun ist es wichtig die Klinge nicht mehr zu erhitzen da ansonsten die Härtung verloren geht.
Da man vor dem Härten jedoch schon die Hauptschleifarbeit geleistet hat reicht ein scharfes schleifband (400-800K) zur
Nachbehandlung.
Immer wieder wird die Klingentemperatur kontrolliert, am besten schleift man ohne Handschuhe! Für ausreichend Kühlwasser
sollte gesorgt sein. Den Rest erledigt man mit einem stück Schmiergelpapier das auf ein stück Holz gezogen ist.
Anschließend noch feinpolieren, zusammenbauen und FERTIG!
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